„Können Sie sich eine Welt ohne Schrauben vorstellen?“
Die Natur steht uns schon seit vielen Jahrtausenden hilfreich zur Seite. Ohne Schrauben und deren Gewinde würden wir um eine mögliche Lösung für lösbare Verbindungen ärmer sein. Denn es gibt unter den lösbaren Verbindungselementen die Befestigungsschrauben, die Bewegungsschrauben, die Nabenverbindungen und die Stift- und Bolzenverbindungen.
Die Entwicklung der Schraube war eine besondere Leistung. Einen Erfinder kann man nicht benennen und auch der genaue Zeitpunkt, wann das Gewinde das erste Mal auftrat ist unklar. Die Menschen sind durch bewusste Beobachtung der Natur auf die Idee der Schraube gekommen. Es gibt zahlreiche Beispiele wie Weinranken, Strudel unter Wasser, herabfallende Ahornsamen, Schneckenhäuser.
Das Prinzip wurde erkannt und umgesetzt. Mit einer gleichförmigen Drehbewegung kann man einen Gegenstand leichter in einen anderen hineinbohren, als wenn man diesen gerade hineinpresst oder einschlägt. Verbessern kann man diese Eigenschaft noch durch das schräge Herumwinden von Gräsern oder Schnüren um einen harten Zylinder aus Holz oder Metall. Damit war die Schraube geboren.
Archimedes (287-212 v. Chr.) definierte die Schraube als um einen Zylinder gewickelte schiefe Ebene. Sie gehörte damit neben Hebel, Keil und Rad zu den einfachen physikalischen „Maschinen“ der Antike. Spätestens seit dieser Zeit war die Schraube im gesamten Mittelmeerbereich bekannt und vielseitige Verwendungen als Wein-Olivenpresse und als Wasserschraube zum Heben von Wasser. Mit dem Zerfall des römischen Imperiums verschwand auch die Schraube im Abendland für lange Zeit.
Erst am Ende des 15. Jahrhunderts taucht sie als lösbares Verbindungselement wieder auf. Im 16. und 17. Jahrhundert fand sie vor allem Eingang in die Bereiche Feinmechanik, Uhrenbau und Waffenherstellung. Die Produktion von Hand war sehr schwierig und teuer, daher brachte erst die Industrialisierung im 19. Jahrhundert den Durchbruch für die Befestigungsschraube. 1825 entstand die erste deutsche Schraubenfabrik.
Der Brockhaus definiert die Schraube als „ Das am meisten verwendete Verbindungselement, gemeinsam ist den vielen verschiedenen Ausführungen ein Gewinde.“
Die Welt ist derzeit ohne Schrauben nicht vorstellbar.Auf den folgenden Seiten werden wir Ihnen Technisches aus der “Jetztzeit“, dem 21. Jahrhundert vorstellen.